
Erklärung: Um eine gute Freundin aufzuheitern, hab ich vor einigen Jahren den "Held auf dem Dreirad" erfunden. Geschichten dazu habe ich ihr immer dann geschrieben, wenn sie traurig war. Heute hat diese Freundin Geburtstag und ich habe diesen Helden wieder ausgegraben. Dieses Mal aber nicht, weil sie Aufmunterung braucht. Hier eine leicht abgeänderte Version meines Briefes an sie:
Einst war er omnipräsent. Jedes kleine Kind kannte ihn.
Jede Frau schwärmte für ihn. Jeder Bösewicht fürchtete ihn.
Seit einigen Jahren ist um ihn es deutlich stiller geworden.
Er hat sich verloren; in den Niederungen dunkler Studienbücher, der Hektik der
Arbeitswelt. Für Heldentaten blieb ihm kaum noch Zeit. Doch nun trotzte er
allen Widrigkeiten und taucht noch einmal auf der Bildfläche auf. Allerdings nicht
nur um Heldentaten zu begehen. Er will der Welt sagen, woher er seine
Superkräfte hat. Was es benötigt, um diese unglaublichen Dinge zu tun. Denn es
sind nicht seine Muskeln und auch nicht sein Verstand, die die Welt immer
wieder zu retten vermochten und schon gar nicht sein cooles Dreirad.
Kräfte sammeln durch Liebe und Zuneigung. Kräfte sammeln
durch Vertrauen und Dankbarkeit. Die letzten Jahre seines Lebens waren geprägt
durch all diese Attribute. Er braucht keinen Spinat wie Popey. Er braucht nicht
auf die Palme gebracht zu werden um sich in einen grünen, kraftprotzenden Hulk
zu verwandeln. Er braucht nur seine besten Freunde und seine Familie, sein
Elixier der Hoffnung, sein Licht in der düstersten Dunkelheit.