
Hier stehe ich. Mitten in meiner Heimatstadt. Am Knoten der
Altstadt. Er ist belebt. Vier Strassen führen zu genau jenem Punkt, an dem ich
stehe. Aus allen vier ergiesst sich ein nicht enden wollender Strom aus
Menschen. Es sind dutzende. Jede Sekunde erscheinen neue. In der gleichen
Sekunde verlassen ihn wieder einige. Es hält sich die Waage. Hier verweilt man
nicht, hier passiert man ausschliesslich.
Die Sonne scheint, es ist warm, die meisten Gemüter
versprühen Zufriedenheit. Nur ganz wenige prophezeien eine negative
Lebenseinstellung.
Ich studiere die Gesichter. Jedes einzelne. So viele wie
möglich. Für ein paar Sekunden. Meine Eindrücke ändern sich. Viele sind wohl
glücklich ob der strahlenden, sorgenvernichtenden Sonne, der gemütlichen,
beruhigenden Wärme. Doch in den vielen Lachen verstecken sich harte, verdeckte
Gesichtszüge, die nicht mit Zufriedenheit vereinbar sind. Glück und
Zufriedenheit, so ähnlich ihre Art der Empfindung auch ist, so unterschiedlich
ist ihre Intensität.