Donnerstag, 31. Januar 2013



Ihr kennt das sicher alle. Man arbeitet auf etwas (Unangenehmes) hin und ersehnt sich fast nichts anderes, als dass dies so schnell und unbeschadet wie möglich von statten geht. So auch ich bei meinen Semesterprüfungen. Ich lerne- und ich mag es nicht, zu lernen- und lerne, einzig mit dem Ziel, die Prüfungen zu bestehen- wobei ich wohl nicht das Lernen per se nicht mag sondern die dauernde Anspannung bis zum Zeitpunkt der Prüfung. Der ganze Druck, welcher nach den Prüfungen von einem fällt sollte im Grunde ja immens sein, da man Wochen der Arbeit ausschliesslich an diesen Tests misst und diese für die Zukunft auch nicht gerade unbedeutend sind.


Beinahe wie ein Asket habe ich die letzten Wochen gelebt und auf die Meisten schönen Beschäftigungen des Lebens (anhand meiner Definition der ‚schönen Dinge im Leben‘) verzichtet.

Nun sind die Prüfungen für dieses Semester vorbei. Die Anspannung ist gefallen und die Türen zu Genuss und Freiheit haben sich wieder geöffnet. Das Gefühl der absoluten Befriedigung allerdings stellt sich einfach nicht ein. Nicht unmittelbar nach den Prüfungen und auch nicht einen Tag danach. Es ist kein himmelhochjauchzend. Kein „ich könnte die ganze Welt umarmen“. Im Gegenzug ist es auch nicht schlecht. Es ist einfach… normal. Unaufgeregt. Nicht langweilig, das sind Gefühle nie, aber auch nicht anders als zuvor. Wo ist dieses Gefühl? Ich weiss, ich hatte es schon etliche Male. Nicht unbedingt nach Prüfungen oder Schulabschlüssen, aber es war da. Dieses sich über Stunden erstreckenden Gefühl der Perfektion, der Unbesiegbarkeit, der Fülle aller schönen Gefühle, die das Leben einem schenken kann. Das Gefühl, als wolle man die ganze Welt umarmen, als würde man am liebsten himmelhoch jauchzend durch die Gegend laufen.

Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass dieses Gefühl beinahe nur dann eintreffen kann, wenn man nicht darauf spekuliert. Die besten Filme, die schönsten Songs, die unvergesslichsten Ferien und die tollsten Liebesnächte treffen auch (fast) nie dann ein, wenn man genau dies erwartet. Das limbische System, so eigensinnig und stur es zu sein scheint, gewährt uns nicht dann die erwarteten Gefühle und Emotionen, wenn wir glauben genau diese zu verdienen.

So im Affekt würde ich meines also gerne tauschen. Mein limbisches System gegen eines, das dann arbeitet wenn ich es ihm befehle. Ein bisschen differenzierter betrachtet, glaube ich allerdings, kann ich mit meinem doch ganz zufrieden sein. Es schenkt mir oft und grosszügig tolle Gefühle. Da diese oft unerwartet auftauchen, kann ich sie einzig nicht immer gebührend geniessen. Doch auch dies ist vielleicht besser so, denn das Gefühl diese Situationen geniessen zu müssen, könnte dem eigentlichen Sinn und Zweck der Gegebenheit unerfreulich entgegenwirken.

So bin ich halt heute nicht überglücklich, sondern einfach ‚nur‘ zufrieden und dankbar, worüber ich eigentlich auch ganz glücklich bin… 

Kommentare:

  1. ...ond weder emol, ganz fantastisch.
    Eine vo Dine gröschte Fan's.

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  2. ich hasse prüfungsdruck :D also bei mir ist es noch "klausurendruck" :D
    zur zeit ist das zum glück entspannter:D

    manche krankheiten (geisteskrankheiten) hören sich im ersten moment lustig an, allerdings ist das echt kein spaß für die betroffenen, da geb ich dir recht :))

    ganz liebe grüße :)xx
    pia


    http://i-am-a-little-bit-like-this.blogspot.de/

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  3. ach, zufrieden und dankbar sein ist doch auch schon um einiges besser als dieser Stress. Ich steck auch grad mittendrin und bin einfach nur heilfroh, wenn ich ab Freitag einfach nicht mehr ununterbrochen im Hinterkopf habe, dass ich jetzt eigentlich dieses und jenes tun sollte.

    und danke für deinen netten Kommentar, da freu ich mich total :)

    die Alina.

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