...wenn man lernen sollte ;)...
Ich will baden. Frei. Nackt. Wie 'Gott' mich schuf. Ich will mich von den Wellen wiegen, mich vom Strom treiben lassen. Ich will die nach Freiheit strotzende Kraft des Wassers auf jeder Zelle meines Körpers spüren. Ich will die beruhigende Liebe des Windes in jeder Pore fühlen. Mir ist heiss. Mir ist langweilig. Warum tue ich mir das an? Ah ja... ich brauch Geld... irgendwann. Scheiss Geld. Scheiss Kapitalismus. Im Momentum dieser Sekunde, dieser Minute, dieser Stunde... da brauche ich kein Geld.
Doch warum sollte es mich interessieren, was danach kommt? Warum soll ich mir mit Eventualitäten mein Glück verbauen? Wasser fliesst, dahin wo die Erde abfällt, so schnell wie es der Wind vorgibt... Wasser kümmert sich nicht... Wasser lässt sich fallen und treiben. Wasser hat verstanden, wie man leben sollte...
Dienstag, 18. Juni 2013
Montag, 20. Mai 2013
Lieben wir der Liebe wegen
Heute habe ich sie gehört- die ultimative Frage. Die Frage aller Fragen. Kaum eine andere Frage sollte ähnliche Existenzberechtigung haben wie diese. Gestellt wurde sie im Pausenraum in der zentralen Hochschulbibliothek in Luzern.
Zwei junge Frauen (mindestens eine davon steckt wohl in einer äusserst tiefen Beziehungskriese) unterhielten sich angeregt über Sinn und Unsinn einer/ihrer Beziehung(en). Ich hab da nur mit einem Ohr (und einer Gehirnhälfte) hingehört, mit dem anderen Auge (und der anderen Gehirnhälfte) las ich Zeitung. Als sie plötzlich mit folgender Frage den Rest meiner Pause prägten:
Was ist das Ziel der Liebe?
Samstag, 16. März 2013
Der Held

Erklärung: Um eine gute Freundin aufzuheitern, hab ich vor einigen Jahren den "Held auf dem Dreirad" erfunden. Geschichten dazu habe ich ihr immer dann geschrieben, wenn sie traurig war. Heute hat diese Freundin Geburtstag und ich habe diesen Helden wieder ausgegraben. Dieses Mal aber nicht, weil sie Aufmunterung braucht. Hier eine leicht abgeänderte Version meines Briefes an sie:
Einst war er omnipräsent. Jedes kleine Kind kannte ihn.
Jede Frau schwärmte für ihn. Jeder Bösewicht fürchtete ihn.
Seit einigen Jahren ist um ihn es deutlich stiller geworden.
Er hat sich verloren; in den Niederungen dunkler Studienbücher, der Hektik der
Arbeitswelt. Für Heldentaten blieb ihm kaum noch Zeit. Doch nun trotzte er
allen Widrigkeiten und taucht noch einmal auf der Bildfläche auf. Allerdings nicht
nur um Heldentaten zu begehen. Er will der Welt sagen, woher er seine
Superkräfte hat. Was es benötigt, um diese unglaublichen Dinge zu tun. Denn es
sind nicht seine Muskeln und auch nicht sein Verstand, die die Welt immer
wieder zu retten vermochten und schon gar nicht sein cooles Dreirad.
Kräfte sammeln durch Liebe und Zuneigung. Kräfte sammeln
durch Vertrauen und Dankbarkeit. Die letzten Jahre seines Lebens waren geprägt
durch all diese Attribute. Er braucht keinen Spinat wie Popey. Er braucht nicht
auf die Palme gebracht zu werden um sich in einen grünen, kraftprotzenden Hulk
zu verwandeln. Er braucht nur seine besten Freunde und seine Familie, sein
Elixier der Hoffnung, sein Licht in der düstersten Dunkelheit.
Montag, 25. Februar 2013
Lieber Winter - hau ab!

Meistens kommen wir ganz akzeptabel miteinander zurecht.
Zuweilen empfinde ich dir gegenüber sogar Respekt und Anerkennung. Als
Schweizer habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, mit dir zu leben. Ja du
kannst teilweise sogar richtig viel Spass bereiten. Du lässt Schnee fallen,
damit wir darauf Ski fahren können, damit wir damit Schneeengel und
Schneemänner machen können. Du hüllst unsere zurzeit trostlose Natur ab und zu
in ein reines, unschuldiges Weiss. Du schenkst uns Momente der Ruhe, wenn die
Flüsse gefrieren und die Tiere sich verstecken. Und trotzdem bitte ich dich, in
einer ruhigen und kontrollierten Art und dennoch aus tiefstem Herzen und mit
bedingungsloser Überzeugung:
Hau ab!
Ich weiss, dass es gemäss Kalender noch nicht an der Zeit
ist, doch ganz ehrlich- du hast dich noch nie um Termine gekümmert. Oder wann
schenktest du uns das letzte Mal weisse Weihnachten? Ernsthaft: Verzieh dich!
Nimm deine Kälte und deinen zu Matsch gewordenen Schnee gleich mit. Von mir aus
kannst du ab 2000 Meter aufwärts weiter wüten. In den Niederungen der
zivilisierten Welt lässt es sich aber nun mal mit warmen Temperaturen viel
besser leben.
Nochmals- weniger ruhig und weniger kontrolliert, allerdings
nicht weniger inbrünstig:
HAU AB!
Wo sind Frühling und Sommer, wenn man sie braucht? Im
Winterschlaf? Kämpf! Kämpft gegen die anhaltende, durch Kälte hervorgerufene Gefühlsverarmung
in meinen Händen. Kämpft gegen die frostige Luft, die rutschige Unterlage, gegen Schnupfen und Husten. Kämpft, mit Wärme und Licht gegen Kälte und Trübnis. Bringt
uns Sonne und Wärme, bringt uns Lebensfreude.
Bringt uns die Farben zurück!
Ein einsamer Weg...
Stille. Viel Natur, keine Autos, fast keine Tiere, der Fluss
fliesst nicht, er ist gefroren, keine Geräusche. Es herrscht der Winter. Der
Schnee reicht bis zu den Knien, die Temperaturen sind deutlich unter dem
Gefrierpunkt. Einzig das zischende Geräusch der wenigen Langläufer
durchschneidet die absolute Ruhe.
Ich war in Marbach. Einem Kaff erster Güte im Herzen der
Schweiz. Ein Kaff, welches die Schweiz noch tief in seinem Herzen trägt.
Klischees werden an jeder Hausecke bestätigt. Stereotypen par excellence. Man
grüsst sich, denn man kennt sich. Kennt man sich nicht, dann grüsst man
ebenfalls, denn man wird sich wohl bald kennen. Mode wird klein geschrieben. Traktoren
sind mindestens so präsent auf den Strassen wie Autos. Ohne abschätzend wirken
zu wollen; es ist schon beinahe niedlich, wie das Landleben hier vorbildlich
gelebt wird. Als Städter braucht es wohl noch eine Weile, bis ich mich daran
gewöhnt habe. Trotz der interessanten Art des Dorflebens, habe ich mich für
einige Stunden etwas abgesondert. An den Rand des Dorfes. In die
Natur. In die ohrenbetäubenden Stille. Ganz für mich allein.
Donnerstag, 7. Februar 2013
Flieht, ihr Narren!

…aus euren Häusern, aus euren gesellschaftlich geprägten Verhaltens-
Gefängnissen, aus eurer Verklemmtheit. Flieht auf die Strassen, in die
(Narren-)Freiheit! Für einige sind sie schönsten Tage des Jahres. Seit
heute hat sie Luzern fest im Griff- die Fasnacht.
Luzern zählt zusammen mit Basel als Fasnachts- Hochburg der
Schweiz. Tausende säumen die Strassen. Für die Meisten ist sie einfach eine
Möglichkeit, seine inneren, verrückten und exzentrischen Geister in aller
Öffentlichkeit zu befriedigen. Was sonst nur hinter verschlossenen Türen,
vielleicht gemeinsam mit ein paar wenigen Eingeweihten von statten geht,
geschieht in aller Öffentlichkeit… und alle machen mit. Harmlose Persönlichkeitsperversionen
weit weg von jeglichem anrüchigen Hintergrund.
Sonntag, 3. Februar 2013
…es hat sie bisher zu selten gegeben in diesem Winter; diese
kalten, unfreundlichen, dunklen Tage. Diese Tage, wo man zuhause bleiben möchte,
wo gute Bücher oder gute Filme in einer warmen Decke so viel inniger wirken und
einem die Ungemütlichkeit ausserhalb der eigenen vier Wände nullkommaplötzlich
vergessen lässt. Sie sind für viele so wertvoll für das eigene Wohlbefinden-
für mich sind sie es. Man lebt den Tag, allein oder mit auserwählten Personen, isoliert
von Stress und Lärm, von Druck und Erwartungen. Man meldet sich ab. Man
schottet sich ab. Man ladet seine Batterien auf. Ich habe mich trotzdem ein
paar wenige Minuten mit meiner Kamera in die Kälte gewagt. Jetzt bin ich zuhause... und lade meine Batterien auf.
Einige Impressionen:
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