Montag, 20. Mai 2013

Lieben wir der Liebe wegen



Heute habe ich sie gehört- die ultimative Frage. Die Frage aller Fragen. Kaum eine andere Frage sollte ähnliche Existenzberechtigung haben wie diese. Gestellt wurde sie im Pausenraum in der zentralen Hochschulbibliothek in Luzern.

Zwei junge Frauen (mindestens eine davon steckt wohl in einer äusserst tiefen Beziehungskriese) unterhielten sich angeregt über Sinn und Unsinn einer/ihrer Beziehung(en). Ich hab da nur mit einem Ohr (und einer Gehirnhälfte) hingehört, mit dem anderen Auge (und der anderen Gehirnhälfte) las ich Zeitung. Als sie plötzlich mit folgender Frage den Rest meiner Pause prägten:

Was ist das Ziel der Liebe?

Samstag, 16. März 2013

Der Held



Erklärung: Um eine gute Freundin aufzuheitern, hab ich vor einigen Jahren den "Held auf dem Dreirad" erfunden. Geschichten dazu habe ich ihr immer dann geschrieben, wenn sie traurig war. Heute hat diese Freundin Geburtstag und ich habe diesen Helden wieder ausgegraben. Dieses Mal aber nicht, weil sie Aufmunterung braucht. Hier eine leicht abgeänderte Version meines Briefes an sie:

Einst war er omnipräsent. Jedes kleine Kind kannte ihn. Jede Frau schwärmte für ihn. Jeder Bösewicht fürchtete ihn.

Seit einigen Jahren ist um ihn es deutlich stiller geworden. Er hat sich verloren; in den Niederungen dunkler Studienbücher, der Hektik der Arbeitswelt. Für Heldentaten blieb ihm kaum noch Zeit. Doch nun trotzte er allen Widrigkeiten und taucht noch einmal auf der Bildfläche auf. Allerdings nicht nur um Heldentaten zu begehen. Er will der Welt sagen, woher er seine Superkräfte hat. Was es benötigt, um diese unglaublichen Dinge zu tun. Denn es sind nicht seine Muskeln und auch nicht sein Verstand, die die Welt immer wieder zu retten vermochten und schon gar nicht sein cooles Dreirad.
Kräfte sammeln durch Liebe und Zuneigung. Kräfte sammeln durch Vertrauen und Dankbarkeit. Die letzten Jahre seines Lebens waren geprägt durch all diese Attribute. Er braucht keinen Spinat wie Popey. Er braucht nicht auf die Palme gebracht zu werden um sich in einen grünen, kraftprotzenden Hulk zu verwandeln. Er braucht nur seine besten Freunde und seine Familie, sein Elixier der Hoffnung, sein Licht in der düstersten Dunkelheit.

Montag, 25. Februar 2013

Lieber Winter - hau ab!



Meistens kommen wir ganz akzeptabel miteinander zurecht. Zuweilen empfinde ich dir gegenüber sogar Respekt und Anerkennung. Als Schweizer habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, mit dir zu leben. Ja du kannst teilweise sogar richtig viel Spass bereiten. Du lässt Schnee fallen, damit wir darauf Ski fahren können, damit wir damit Schneeengel und Schneemänner machen können. Du hüllst unsere zurzeit trostlose Natur ab und zu in ein reines, unschuldiges Weiss. Du schenkst uns Momente der Ruhe, wenn die Flüsse gefrieren und die Tiere sich verstecken. Und trotzdem bitte ich dich, in einer ruhigen und kontrollierten Art und dennoch aus tiefstem Herzen und mit bedingungsloser Überzeugung:

Hau ab!

Ich weiss, dass es gemäss Kalender noch nicht an der Zeit ist, doch ganz ehrlich- du hast dich noch nie um Termine gekümmert. Oder wann schenktest du uns das letzte Mal weisse Weihnachten? Ernsthaft: Verzieh dich! Nimm deine Kälte und deinen zu Matsch gewordenen Schnee gleich mit. Von mir aus kannst du ab 2000 Meter aufwärts weiter wüten. In den Niederungen der zivilisierten Welt lässt es sich aber nun mal mit warmen Temperaturen viel besser leben.

Nochmals- weniger ruhig und weniger kontrolliert, allerdings nicht weniger inbrünstig:

HAU AB!

Wo sind Frühling und Sommer, wenn man sie braucht? Im Winterschlaf? Kämpf! Kämpft gegen die anhaltende, durch Kälte hervorgerufene Gefühlsverarmung in meinen Händen. Kämpft gegen die frostige Luft, die rutschige Unterlage, gegen Schnupfen und Husten. Kämpft, mit Wärme und Licht gegen Kälte und Trübnis. Bringt uns Sonne und Wärme, bringt uns Lebensfreude.

Bringt uns die Farben zurück!

Ein einsamer Weg...


Stille. Viel Natur, keine Autos, fast keine Tiere, der Fluss fliesst nicht, er ist gefroren, keine Geräusche. Es herrscht der Winter. Der Schnee reicht bis zu den Knien, die Temperaturen sind deutlich unter dem Gefrierpunkt. Einzig das zischende Geräusch der wenigen Langläufer durchschneidet die absolute Ruhe.

Ich war in Marbach. Einem Kaff erster Güte im Herzen der Schweiz. Ein Kaff, welches die Schweiz noch tief in seinem Herzen trägt. Klischees werden an jeder Hausecke bestätigt. Stereotypen par excellence. Man grüsst sich, denn man kennt sich. Kennt man sich nicht, dann grüsst man ebenfalls, denn man wird sich wohl bald kennen. Mode wird klein geschrieben. Traktoren sind mindestens so präsent auf den Strassen wie Autos. Ohne abschätzend wirken zu wollen; es ist schon beinahe niedlich, wie das Landleben hier vorbildlich gelebt wird. Als Städter braucht es wohl noch eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt habe. Trotz der interessanten Art des Dorflebens, habe ich mich für einige Stunden etwas abgesondert. An den Rand des Dorfes. In die Natur. In die ohrenbetäubenden Stille. Ganz für mich allein.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Flieht, ihr Narren!



…aus euren Häusern, aus euren gesellschaftlich geprägten Verhaltens- Gefängnissen, aus eurer Verklemmtheit. Flieht auf die Strassen, in die (Narren-)Freiheit! Für einige sind sie schönsten Tage des Jahres. Seit heute hat sie Luzern fest im Griff- die Fasnacht.

Luzern zählt zusammen mit Basel als Fasnachts- Hochburg der Schweiz. Tausende säumen die Strassen. Für die Meisten ist sie einfach eine Möglichkeit, seine inneren, verrückten und exzentrischen Geister in aller Öffentlichkeit zu befriedigen. Was sonst nur hinter verschlossenen Türen, vielleicht gemeinsam mit ein paar wenigen Eingeweihten von statten geht, geschieht in aller Öffentlichkeit… und alle machen mit. Harmlose Persönlichkeitsperversionen weit weg von jeglichem anrüchigen Hintergrund.


Sonntag, 3. Februar 2013


…es hat sie bisher zu selten gegeben in diesem Winter; diese kalten, unfreundlichen, dunklen Tage. Diese Tage, wo man zuhause bleiben möchte, wo gute Bücher oder gute Filme in einer warmen Decke so viel inniger wirken und einem die Ungemütlichkeit ausserhalb der eigenen vier Wände nullkommaplötzlich vergessen lässt. Sie sind für viele so wertvoll für das eigene Wohlbefinden- für mich sind sie es. Man lebt den Tag, allein oder mit auserwählten Personen, isoliert von Stress und Lärm, von Druck und Erwartungen. Man meldet sich ab. Man schottet sich ab. Man ladet seine Batterien auf. Ich habe mich trotzdem ein paar wenige Minuten mit meiner Kamera in die Kälte gewagt. Jetzt bin ich zuhause... und lade meine Batterien auf.

Einige Impressionen:

Luzern
Luzern

Donnerstag, 31. Januar 2013



Ihr kennt das sicher alle. Man arbeitet auf etwas (Unangenehmes) hin und ersehnt sich fast nichts anderes, als dass dies so schnell und unbeschadet wie möglich von statten geht. So auch ich bei meinen Semesterprüfungen. Ich lerne- und ich mag es nicht, zu lernen- und lerne, einzig mit dem Ziel, die Prüfungen zu bestehen- wobei ich wohl nicht das Lernen per se nicht mag sondern die dauernde Anspannung bis zum Zeitpunkt der Prüfung. Der ganze Druck, welcher nach den Prüfungen von einem fällt sollte im Grunde ja immens sein, da man Wochen der Arbeit ausschliesslich an diesen Tests misst und diese für die Zukunft auch nicht gerade unbedeutend sind.